Ziel des Theaterprojekts "Bärbel in Fahrt" sind zum einen professionelle Aufführungen vor Publikum, um den Teilnehmenden vor Augen zu führen, was sie erreicht haben und erreichen können – und zum anderen ist der Weg dorthin ebenfalls das Ziel! Im Kommando-Raum der Münchner Mucca Halle, wo die Proben stattfinden, ist ausreichend Platz, um die Kids ins Schwung zu bringen, um mit Körper- und Rollenarbeit zu starten. Beginnend mit den eigenen Manierismen, die sich in Körperhaltung und Stimme manifestieren, werden die jungen Darsteller sensibilisiert und trainiert, diese im Spiel abzulegen oder zu behalten. Je nach Figur. Sind sie dann in der Lage, körperlich und geistig einen fremden Charakter von innen heraus zuzulassen, anstatt zu "chargieren". Auch Improvisationen und Sense memories nach Method Acting Art sind ein wichtiger Teil der Arbeit. Bei "Bärbel in Fahrt" werden wir uns zudem konkret mit dem Thema „Alter" beschäftigen. Dazu gehören sowohl zahlreiche Übungen der körperlichen und geistigen Gebrechlichkeit, sowie die Auseinandersetzung mit dem Thema Endlichkeit. Die Akteure interagieren mit Senior:innen auf der Straße und in Seniorenheimen, sie versuchen, aus dem Inneren heraus zu fühlen, was Altwerden bedeutet, bis sich eine nach außen sichtbare Veränderung des Körpers für sie herauskristallisiert. Genauso beschäftigt sich die Gruppe mit dem Thema Krankheit (Epilepsie) und der daraus resultierenden Isolation. Ein weiteres wichtiges Thema des Stückes ist die Massentierhaltung. Die Schauspielaufgabe dazu wird "das Huhn" sein. Dafür ist Tierbeobachtung wichtig, da im Stück eine Befreiung von Legehennen vorkommt und alle Darstellenden Hühner verkörpern werden. Da es sich um eine Traumvorstellung handelt, darf diese zugespitzt und stürmisch werden, mit Musik und atmosphärischen, beinah filmischen Elementen. All das braucht Zeit und Geduld, Spaß und die Lust über die eigenen Grenzen hinauszugehen. Neben der Schauspielarbeit entwickeln die Schüler:innen Bühnenbild, Musik, Lichttechnik, Graphik, zum Teil mit bereits professionell gewordenen oder studierenden Unterstützer:innen. Am Ende gilt es, das alles zu einem "Gesamtkunstwerk" zu vereinen, bei Durchlauf-, Kostüm- und Generalproben zu verfeinern und schließlich, allem Lampenfieber zum Trotz, vor Publikum live zu präsentieren. Ein großes, großartiges Wagnis.