14. APRIL 2017 - PECHA KUCHA NIGHT - STRAKONICE

Pecha Kucha Night je výjimečnou příležitostí pro setkávání architektů, designérů, grafiků, výtvarných umělců, teoretiků a techniků, nebo aktivistů a inovátorů. PKN je vzájemnou výměnou zkušeností a informací o novinkách v oboru i sdílení pohledu na svět očima prezentujících...a nejen to, jde především o kulturní událost a setkání v netradičních prostorech a v zcela novém formátu.. Není to divadlo, není to koncert, ples ani klasická beseda, či prezentace...
...je to Pecha Kucha!

Nenechte si ujít jedinečnou příležitost poznat PechaKucha naživo! Ve Strakonicích už 14.dubna 2017.
bývalá jídelna U Steinů - objekt bývalé přádelny Na Dubovci. Brány přádelny budou otevřené 19:30 - 20:00, Přijďte včas!
Vstupné dobrovo...

 

PARADIESSUCHER REZENSSION:

...Die Schriftstellerin zeichnet hiermit ein vielseitiges Bild vom Flüchten und Zurückwollen, von Wurzeln und Heimat und den Schwierigkeiten, in einer fremden Kultur und Gesellschaft anzukommen, ohne dabei allzu sehr das tragische Schicksal des Emigrantenseins herauszustellen oder zu verharmlosen. Dass sich der Roman damit in den aktuellen Diskurs um Flucht, Asylantenlager und Integration einschreibt, der durch die jüngsten Ereignisse in Syrien und die vielen Emigranten, die in Deutschland Schutz suchen, eine unvergängliche Aktualität beweist, steht außer Frage. So können Lenka und Rena Dumont als ein hoffnungsvolles Beispiel für manchen Migranten stehen und ihm vom Suchen und Finden ihres Paradieses erzählen.

von Sandra Baumgarten und Christian Glade

http://www.master-transnationale-literaturwissenschaft.uni-bremen.de/

 

ANTHOLOGIE IM NOVEMBER 2016

A 13. November erschien eine neue dtv Anthologie unter dem Namen Gute Laune Geschichten, in der Sie meine Kurzgeschichte ADELE lesen können

PHOBI 2016 ist da!

Der innovative
Literatur-Almanach
PhoBi
Redaktion · Guldeinstr. 48 · 80339 München

LESUNG IM LITERATURHAUS LEIPZIG

AUGUST 2015

Rezension

 

Paradiessucher (2013) erzählt aus der Ich-Perspektive einer Heranwachsenden vom langsamen Ankommen in einer neuen Heimat. Mit "Willkommen, wir lieben euch" fühlen sich Lenka und ihre Mutter, die Ende der 1980er-Jahre "genug [haben] vom bornierten Leben in der böhmischen Kleinstadt", die sich "endlich nicht mehr wegducken" und "West-Jeans tragen" wollen, bei ihrer Flucht von deutschen Beamten in Empfang genommen. "Wie Balsam für die Seele klingt die bayerische Begrüßung, die wir zwar nicht verstehen, uns aber sinngemäß [...] übersetzen. Die Ernüchterung tritt schnell ein, als die beiden erst einmal in einem Asylantenheim zwangsuntergebracht werden.
Der Text ist als hervorragendes Exempel einer Mehrfachadressierung zu werten. Das Jugendbuch spricht nicht nur eine minderjährige Zielgruppe an, sondern sollte ähnlich wie Wolfgang Herrndorfs Tschick (2010) jeglicher Generation Lesevergnügen bereiten. Paradiessucher kann sowohl Leser_innen mit Migrationserfahrung als auch einem Publikum ohne den entsprechenden Hintergrund als Projektionsfläche dienen: Auf literarisch anspruchsvolle und unterhaltsame Weise wird ‚den Deutschen‘ der Spiegel vorgehalten. Mit Paradiessucher gelingt, was Dieter Wrobel als „Blick auf die eigenen Kultur durch die Augen einer anderen Kultur“ beschreibt. Dieser Blickwinkel fördert eine Wahrnehmungsverschiebung und ist geeignet, interkulturelle Kompetenz in einem umfassenden Sinne aufzubauen. Die Verschiebung gewohnter Sicht- und Betrachtungsweisen trägt zum sukzessiven Ausbau interkultureller Kompetenz bei.

 

 

 

...Dies entwirft die Autorin besonders eindrucksvoll in der Szene, in der Lenka von einem

Beamten gefragt wird, warum sie denn Asyl möchte. Dort bricht alle

s aus ihr heraus, was

nicht nur Dolmetscher, sondern auch den Beamten überzeugt. Lenka ist ansonsten ein fast

schon nüchternes Mädchen, das ihr Leben erträgt. Dazu gehören auch die sexuellen, aber

unbefriedigenden Erfahrungen mit Männern. Sie möchte lieben

, schafft es aber nicht und

betrachtet ihre Freunde fast distanziert. Auch das überzeugt!

(Jana Mikota)

http://www.alliteratus.com

BLOGBLOGBLOG

Prager Literaturstipendium

 

 

 

 

Montag, 09. November 2015 | 12:25 Uhr.

 


Rena09111

 

Ich verabschiede mich.

 

 

Ich verabschiede mich von Prag, von der Karlsbrücke, die ich nur einmal betreten habe, von der Prager Burg, deren chrliči auf mich gespuckt und gepinkelt haben, von der Moldau, die an manchen Stellen so langsam fliesst, dass sie entsetzlich nach Moder und Fäkalien stinkt. Ich sage den unzähligen Cafés Adieu und den Kinos, die ich besucht habe, ich sage ciao zu der bombastischen Wohnung hier, auf die ich mir, wie ich meine, ein Anrecht erwohnt habe, sodass nun kein anderer das Recht hat sie zu betreten, mögen bitteschön alle anderen Autoren wo anders übernachten, und ich sage auf wiedersehen zu meiner Heimatsprache, die sich so stark weiterentwickelt hat, dass ich nur noch staune und stottere und davon überzeugt bin, dass ich niemals meinen Erstlingsroman selber übersetzen könnte, ich sage auf wiedersehen zu Žižkov, einem Viertel, das zum Teil dermaßen asozial ist, dass mir schwer ums Herz wird und gleichzeitig, tief in mir drin, empfinde ich eine seltsame Verbundenheit (weiß auch nicht warum), von oben sieht  Žižkov übrigens wie eine etwas zu hoch geratene Favela aus, und ich sage den vielen tollen Schauspielern und Künstlern adieu, die ich hier bewundern durfte, Thomas Zielinsky, Jana Janěková, David Prachař, Linda Rybová, Jan Dolanský, Igor Chmela, Jana Zielinská, die mich zu Tränen gerührt haben, nicht zu vergessen meine beiden Schwestern, die ich so selten sehe und letztendlich meinen Vater.

 

Prag ist eine…ein, ein Meer.

 

Ein Salat.

 

Ein Wirbelsturm.

 

Ich kehre zurück ins Dorf.

 

München.

 

Auch gut.

 

Ich bin müde.

 

 

rena9112

 

 

 

Die ehemalige Kommunistin.

 

Montag, 19. Oktober 2015 | 14:15 Uhr

 

Ein etwas anderes Programm.

 

Ich sitze im Bus nach Prag.

 

Richtig, ich war mal kurz in München, um meine Kinder wieder zu Hause abzuliefern. Die Schule hatte sich kulant gezeigt und ihnen eine Woche freigegeben und da die bombastische Wohnung in Prag  sowieso über zwei Schlafräume verfügt, sodass ich sie problemlos einquartieren konnte, waren sie bei mir. Es kam auch meinem Mann gelegen, schließlich ist er ein (berühmter) Schauspieler und befand sich gerade in den Endproben zu König Ödipus am Residenz Theater. Er hatte für die Halbgestrickten quasi null Zeit. Und ich hatte ein wenig Unterhaltung dringend nötig, schließlich vergönnt man mir in Prag aus Gründen eines ungezügelten TV-Müßiggangs keinen Fernseher, schade ich finde Müßiggang manchmal ganz gut, so fühle ich mich trotz der himmlischen Stadt oder gerade wegen ihr manchmal einsam. Dass ich mich nach der Brutankunft nicht einsam fühlen musste war klar, mit anderen Worten, ich habe keine Zeile geschrieben. Ich konnte nicht, ich wurde von meinem Arbeitsplatz vertrieben. Notgedrungen habe ich mich neben meinem einstigen Schreibtisch auf dem Parkettboden niedergelassen. Ganz klein und bescheiden.

 

Mein ehemaliger Arbeitsplatz…

 

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Mein aktueller Arbeitsplatz….

 

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Die Ausbeutung ging weiter. Wie ich schon erwähnt habe, meide ich in Prag die touristischen Hauptadern, doch das war mit den beiden nicht drin. Sie finden Massentourismus irrsinnig spannend. So durchstöberten wir alle Souvenirläden, um Glasfigürchen von russischsprechenden Verkäuferinnen zu erwerben, es wurden mehrere sündhaft teuere Marionetten, die in anderen Geschäften ein Drittel gekostet hätten, gekauft. Golemfiguren aus Josefin und Zinnsoldaten, die als handmade angepriesen wurden, in Wahrheit aber in taiwanischen Fabriken in Massenproduktion gegossen und lackiert worden waren, auch diese mussten erstanden werden. Wir besuchten die uninteressantesten Museen der Stadt. Wachsfigurenblödsinn, optische Täuschungen und Quatschausstellungen sämtlicher Couleur, Geistermuseum, mit Geistern aus Pappe,  ein Foltermethoden – Museum, Alchimistischer Blödsinn und eine Barbiepuppensammlung. Natürlich alles begleitet von überlebenswichtigen Geschenkideen. Auf der Karlsbrücke musste der Massentourismus das gefürchtete Springseil meiner Kinder erleiden.

 

Der beste Spielplatz; die Karlsbrücke…

 

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…und schliesslich ließen wir Karikaturen für stolze 700 Kronen von uns malen, aber wir kennen niemanden, dem sie ähnlich sehen. Hilfe.

 

Zuhause, geldlos und mit hängender Zunge, angekommen, habe ich gewaschen, aufgeräumt, gesaugt, geputzt und Nahrung zubereitet. Mein Rechner lag verwaist auf dem Parkett.

 

Ich war froh, als sie schliefen.

 

Ich war froh.

 

Mit einem Lächeln betrachtete ich die kleinen Golems, die sie aus Ton geformt hatten.

 

Ich bewunderte die penible Größenanordnung, die nicht berührt werden durfte.

 

Golemkunst…
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Eine Golemschule. Der große Golem muss der Lehrer  sein…

 

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…und der Golemschüler (2. v. l.) hat so kurze Beine bekommen, dass er so aussieht, als hätte er einen nackten Po.

 

Jetzt bin ich wieder alleine

 

Ahoj.

 

Eure Rena

 

PS. Das nächste mal schreibe ich darüber wie ich fast Václav Havels Muse geworden bin.